Die Manuelle Lymphdrainage ist eine Therapieform, die massgelblich von Prof. Földi und Dr. Vodder entwickelt wurde. Dabei versteht man das manuelle Abdrainieren der Gewebeflüssigkeit über das Lymphsystem und das Anregen der Lymphmotorik. Die Manuelle Lymphdrainage ist eine Art der Massage die durch ihre Grifftechnik charakterisiert ist. Die Griffe basieren auf kreisförmigen Bewegungen mit einer Druckanstiegsphase, einer Druckabfallphase und einer drucklosen Phase, wobei die Richtung des Druckanstieges der Richtung des Lymphabflusses entspricht. Dieser laufende Druckwechsel bei der Manuellen Lymphdrainage erzeugt die erwünschte Pumpwirkung im lymphatischen System.
Die Griffe werden langsam, gleichmässig und rhythmisch durchgeführt. Dabei wird die Haut des Patienten nicht geknetet oder gedrückt sondern sanft gedehnt, so dass die Flüssigkeit aus dem Gewebe in die Lymphbahnen geleitet und die Pumpwirkung aktiviert wird. Die Manuelle Lymphdrainage findet auf trockener Haut statt, wobei an Stellen wo die Haut nicht dehnbar ist (z.B. auf Narben, bei prallen Ödemen, etc.) oder bei sehr trockener Haut ein Tropfen Massageöl sinnvoll sein kann.
Die Manuelle Lymphdrainage ist eine sehr angenehme Form der Massage, weil sie schnell Erleichterung schafft, weder Hautrötungen noch Schmerzen verursacht und weil der Patient durch die langsam rhythmische Bewegung rasch in einen entspannten Zustand kommt. Die Behandlungszeit und -dauer wird dabei auf das Krankheitsbild abgestimmt.
Die Anwendungsgebiete der Manuellen Lymphdrainage sind sehr vielfältig, da ihre Wirkung in unterschiedliche physiologische Funktionen des Körpers eingreift. So wird sie unter anderem eingesetzt:
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bei Verletzungen und Traumen durch Unfälle oder Sport: Blutergüsse, Zerrungen, Verrenkungen, Muskelfaserrisse, Luxationen, genähten Wunden, als Nachbehandlung bei Frakturen, Bänderrissen... Je schneller der Einsatz einer Manuellen Lymphdrainage, desto kürzer die Verletzungsdauer. Insbesondere bei Sportler nutzvoll!
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zum Schmerzabbau vor und nach jeglicher Operationen: Deutliche Schmerzminderung infolge Entstauung und Entspannung, oft ist ein Abbau der Schmerzmittel möglich, was die Magenschleimhaut entlastet und den Heilungsprozess beschleunigt.
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als Ödem- und Entstauungstherapie, z.B. Ödeme infolge Amputation einer Brust inkl. Achsellymphknoten nach Brustkrebs-OP, Schädigung der Lymphbahnen nach Bestrahlungstherapie, etc. Auch bei massiv geschädigten Lymphbahnen oder Entfernung von ganzen Lymphknotenregionen kann in den meisten Fällen die Verringerung des Ödems und Besserung des Allgemeinbefindens erreicht werden
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bei Narben, bessere Wundheilung und eine gute Narbenbildung, Wiederherstellung der Verbindungen von unterbrochenen Lymphbahnen
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bei Verbrennungen, übermäßig verhornende Narben verlieren den Juckreiz und die Rötung, werden wieder weich. Zeitintensiv, aber sehr gute Unterstützung der Gewebsregeneration!
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als Nachbehandlung kosmetischer Operationen
Rascher Abbau von Schwellungen, Förderung des Heilungsprozess Wichtig bei Operationen im Bereich des Gesichtes wichtig -
bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises:
Beginn mit einer kürzeren Behandlungszeit und langsame Steigerung. Beim Ausbleiben einer Akutreaktion auf, kann man die Behandlungszeit ausweiten. Besonders bei rheumatischen Gelenkserkrankungen. -
bei Weichteilrheumatismus, rasche Linderung bei Schleimbeutelentzündungen, Sehnenscheidenentzündungen, Carpaltunnelsyndro.
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in der Zahnheilkunde, gut als begleitende Massnahme bei Kieferregulationen oder vor und nach Zahnoperationen.
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bei chronischen Entzündungen, Schnupfen, Mandelentzündungen, Sinusitis und Bronchitis.
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bei Sudek-Dystrophie, in allen Stadien der Erkrankung
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bei lokalen Ödemen im Hirnbereich, durch die Gesichtsbehandlung, im Besonderen die Mundinnendrainage, kann hier eine Entlastung geschaffen werden.
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Hirnerschütterung, Hirninfarkt, Migräne, Kopfschmerz, Drehschwindel. Bei Migräne und Kopfschmerzen empfiehlt sich parallel eine Homöopathische Therapie.
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bei Hauterkrankungen, fördert den Abtransport bei Akne, Rosacea, etc.
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bei postthrombotischen Syndromen z.B. bei Ulcus cruris verschiedener Ursachen.
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bei Mastodynie ("Cellulitis").
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bei Darmkrämpfen, wirkt auf die glatte Muskulatur der Darmwand und kann Darmkrämpfe lösen und angespannte Regionen zur Entspannung bringen.
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bei Schmerzsyndromen kann sehr hilfreich sein bei Patienten mit Fibroyalgie, lindert hier die Schmerzen und in Kombination mit einer homöopathischen Konstitutionstherapie kann hier geholfen werden.
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bei Sklerodermie, die Verhärtung und somit der Funktionsverlust des Bindegewebes ist eine schwerwiegende Erkrankung die mit dem Tod enden kann. Mit Manueller Lymphdrainage kann eine Erleichterung erreicht werden.
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bei Sportlern, direkte Wirkung auf die Skelettmuskulatur, Abbau von Milchsäure (die sich durch sportliche Anstrengung gebildet hat) dadurch schnelle und schmerzlose Regeneration der Muskelfasern.
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bei Gesunden, Schwellungen der Beine, Vorbeugung von Schwangerschaftsstreifen, geschwollenes Gesicht, geschwollene Augen, zur Entspannung, etc.